Miniaturen
Für das hier digital präsentierte „Echter-Exemplar“ (M.ch.f.760) erbat Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn (1545 – 1617) 1574 das Domkapitel-Exemplar der Fries-Chronik als Vorlage. Der Plan scheint groß angelegt gewesen zu sein: Der Kopist sollte unter besonderen Sicherheits- und Geheimhaltungsbedingungen arbeiten. Zusätzlich wurde mindestens noch eine weitere Textvorlage herangezogen, die mit eingearbeitet wurde. Form und Ausstattung der Handschrift sollten das Prestige des fürstbischöflichen Auftraggebers widerspiegeln und die Kopiervorlagen übertreffen. Inwieweit zugleich das Aussehen des 1572 verbrannten Bischofs-Exemplars nachgeahmt werden sollte, ist offen.
Die Anfertigung der Buchmalereien in Gestalt von zahlreichen Wappen- und Siegeldarstellungen sowie 171 Miniaturen (davon 148 koloriert, 121 goldgehöht, 4 teilkoloriert, 23 Federzeichnungen) zog sich jedoch hin. Die zunächst beauftragten Künstler wurden 1581/82 durch den renommierten Nürnberger Illuminator Georg Mack ersetzt. 59 von ihm gestaltete Miniaturen sind eindeutig signiert und zeugen von seiner Kunstfertigkeit. Das „Echter-Exemplar“ gehört damit zu den am schönsten illustrierten Fries-Chroniken überhaupt.
Im Folgenden werden alle 171 Miniaturen präsentiert. Als Erläuterung sind ihnen die Beschreibungen von Dr. Eva Pleticha-Geuder aus dem 1989 erschienen Katalog „Die Fries-Chronik des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn: eine fränkische Prachthandschrift des 16. Jahrhunderts aus dem Bestand der Universitätsbibliothek Würzburg“ beigefügt.