Chronik
Die handschriftliche Überlieferung der von Lorenz Fries (1489/91 – 1550) verfassten und von verschiedenen Fortsetzern bis ins 18. Jahrhundert um die jeweilige Zeitgeschichte ergänzte Würzburger Bischofschronik umfasst heute noch rund 180 der Forschung bekannte Exemplare. Dabei ist allerdings von einer großen Dunkelziffer weiterer, nicht mehr erhaltener Handschriften auszugehen.
Ursprünglich wurden zwei Reinschriften der Fries’schen „Kernchronik“ angefertigt, ein Exemplar für den Würzburger Fürstbischof, ein zweites für das Domkapitel. Die Ausfertigung für das Domkapitel ist bis heute im Stadtarchiv Würzburg erhalten. Das Exemplar des Bischofs wurde am 22. Februar 1572 beim Brand des Südflügels der Festung Marienberg zerstört. An seiner Statt ließ Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn (1545 – 1617) ab 1574 ein neues, prächtig illustriertes Exemplar anfertigen, die heute unter der Signatur M.ch.f.760 in der Universitätsbibliothek aufbewahrte und hier digital präsentierte Handschrift. Sie gehört zu den am schönsten illustrierten Fries-Chroniken.