Handschrift

Quattuor Evangelia

M.p.th.f.68

Titel:

Quattuor Evangelia

Datierung:

[2. Hälfte 6. Jahrhundert]

Entstehung:

[Kampanien]

Veröffentlichung:

Universitätsbibliothek Würzburg

Erweiterte Metadaten:

Das sogenannte Burghardsevangeliar wurde in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts in Kampanien geschrieben und enthält neben Kanontafeln den Text der vier Evangelien. Über den ganzen Codex hinweg sind neapolitanische Perikopennotizen mit römischem Einschlag verteilt. In den Vorderdeckel des Prachteinbands ist eine Elfenbeinplatte eingelassen, die Maria mit dem Kind und Nikolaus zeigt. Auf dem hinteren Deckel findet sich eine Silberplatte mit dem thronenden Christus, den die Symbole der vier Evangelisten umgeben.

Titel

Quattuor Evangelia

Alternativer Titel

Sog. Burghardsevangeliar

Entstehung

[Kampanien]

Datierung

[2. Hälfte 6. Jahrhundert]

Umfang

170 Blatt
Lagen: Spuren einer römischen Lagenzählung an den unteren linken Ecken außen. Bl. 1-9. 10-21. 95-96, d.h. Kanontafeln, 4 Praefationes, Kapitelverzeichnisse, Lk 2,10 - 3,8, sind ersetzt; ihr Pergament ist dicker.

Kurzbeschreibung

Das sogenannte Burghardsevangeliar wurde in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts in Kampanien geschrieben und enthält neben Kanontafeln den Text der vier Evangelien. Über den ganzen Codex hinweg sind neapolitanische Perikopennotizen mit römischem Einschlag verteilt. In den Vorderdeckel des Prachteinbands ist eine Elfenbeinplatte eingelassen, die Maria mit dem Kind und Nikolaus zeigt. Auf dem hinteren Deckel findet sich eine Silberplatte mit dem thronenden Christus, den die Symbole der vier Evangelisten umgeben.

Schlagwörter

St. Burkardus
St. Thomas ap.

Weitere Informationen

Entstehung: Ausweislich der Texthand in Italien im 6. Jahrhundert entstanden, Lokalisierung der übrigen Bestandteile umstritten. Zimmermann wies die Kanontafeln Luxeuil zu, Lowe die übrigen Ergänzungen Wearmouth-Jarrow. Wright und Haseloff lokalisierten die gesamten Ergänzungen ins kontinentale Missionsgebiet: Northumbrier hätten die unausgeführten Teile der Kanontafeln und die beschriebenen Seiten erstellt, Franken neben ihnen die ausgeführten Teile der Kanontafeln. Als Zeit für die Kanontafeln und die Uncialis der Ergänzungen kommt das 7./8. Jahrhundert in Frage. Die erstmals bei Oegg berichtete Zuschreibung des Codex als Besitz des ersten Würzburger Bischofs Burghard/Burkard ist paläographisch möglich, aber ansonsten nicht explizit belegt.

Provenienz

Dombibliothek Würzburg

Besitzer

Universitätsbibliothek Würzburg

Nachweis

M.p.th.f.68
Thurn 3,1, S. 54
DOI: 10.48651/franconica-5713162450204

Frühere Signatur

"Plenarium CCXXIX", darunter ist ein rotes "A"
"No. 5"
"181a"

Veröffentlichung

Universitätsbibliothek Würzburg
Ausführliche Beschreibung

Geschichte

Entstehung
Ausweislich der Texthand in Italien im 6. Jahrhundert entstanden, Lokalisierung der übrigen Bestandteile umstritten. Zimmermann wies die Kanontafeln Luxeuil zu, Lowe die übrigen Ergänzungen Wearmouth-Jarrow. Wright und Haseloff lokalisierten die gesamten Ergänzungen ins kontinentale Missionsgebiet: Northumbrier hätten die unausgeführten Teile der Kanontafeln und die beschriebenen Seiten erstellt, Franken neben ihnen die ausgeführten Teile der Kanontafeln. Als Zeit für die Kanontafeln und die Uncialis der Ergänzungen kommt das 7./8. Jahrhundert in Frage. Die erstmals bei Oegg berichtete Zuschreibung des Codex als Besitz des ersten Würzburger Bischofs Burghard/Burkard ist paläographisch möglich, aber ansonsten nicht explizit belegt.
Provenienz
Dombibliothek Würzburg
VS: "Plenarium CCXXIX", darunter ist ein rotes "A" (15. Jahrhundert)
VS: "No. 5" (Domschatzsignatur des 18. Jahrhunderts)
"181a" (18. Jahrhundert)

Buchmalerei

  • Auf den Kanontafeln finden sich neben Tier- und Pflanzenornamentik Zirkelschlagmuster und Kreuzmedaillons. Bl. 1-9. 10-21. 95f. (Kanontafeln, 4 Praefationes, Kapitelverzeichnisse, Lk 2,10 - 3,8) sind ersetzt; ihr Pergament ist dicker.
  • 138r: Initialen
    I mit Voluten.
  • Auszeichnungsschrift
    Capitalis quadrata und Uncialis.
  • 65r: Initialen
    I: Turm.
  • 92v: Initialen
    Q mit Vierpaß-Ornamentik.

Einband

Allgemeine Angaben
Prachteinband über Eichenholz. Im Vorderdeckel eingelassen Elfenbeinplatte (180 x 113 mm) Maria mit dem Kind und Nikolaus, griechische Inschriften; im byzantinisierenden Stil, Bamberg ca. 1090. Engste Verwandtschaft zum Elfenbein des Kiliansevangeliars (M.p.th.q.1a). Wegen der Motivik brachte Zimmermann die Skulptur mit der Komburg in Verbindung (Maria und Nikolaus waren dort Patrone); möglicherweise ist sie gegen eine andere ausgetauscht worden. Oben Höhlung zur Aufnahme von Reliquien. Spur eines Silberbeschlags. Auf dem Hinterdeckel Silberplatte Thronender Christus in Ranken und Flechtwerk mit den Evangelistensymbolen, 11. Jahrhundert, teilweise zu Verlust gegangen. Spiegel byzantinischer Seidenstoff (10./11. Jahrhundert) mit gegenständigen Greifen in Kreisen bzw. den dazu gehörigen Zwickeln. Unterfütterung außen mit Seide und Pergamentstücken einer karolingischen Handschrift. Rücken rotes Leder (15. Jahrhundert?).

Kodikologie

Beschreibstoff
Material: Schafpergament
Lagenformel: IV und 1 Bl.(9) + IV(17) + II(21) + 8 IV(85) + III(91) + 5 IV(131) + III(137) + 4 IV(169) + 1 Bl.(170)
Lagen: Spuren einer römischen Lagenzählung an den unteren linken Ecken außen. Bl. 1-9. 10-21. 95-96, d.h. Kanontafeln, 4 Praefationes, Kapitelverzeichnisse, Lk 2,10 - 3,8, sind ersetzt; ihr Pergament ist dicker.
Layout
Schriftraum: 237 x 161 mm (Ergänzungen: 240 x 161 mm)
Spaltenzahl: 2 Spalten (Ergänzungen: 240 x 161 mm)
Zeilenzahl: 35 Zeilen (Ergänzungen: 30 - 32 Zeilen)
Schrift
  • Uncialis
  • Uncialis
  • Angelsächsische Minuskel
  • Capitialis rustica
  • Capitalis quadrata

Inhalt

  • 1r - 1v: Vorzeichnungen von Kanontafeln
  • 2r - 9v: Kanontafeln
  • 10r - 11v: Prologe zu Matthäus
  • 16r - 17v: Kapitelverzeichnis zu Matthäus
  • 17v - 18v: Kapitelverzeichnis zu Markus
  • 18v - 20v: Kapitelverzeichnis zu Lukas
  • 20v - 21r: Kapitelverzeichnis zu Johannes
  • 21v
  • 22r - 64r: Evangelium nach Matthäus
  • 64r - 64v: Prolog zu Markus
  • 65r - 90v: Evangelium nach Markus
  • 90v - 91r: Prolog zu Lukas
  • 91v
  • 92r - 136v: Evangelium nach Lukas
  • 137r - 137v: Prolog zu Johannes
  • 138r - 170v: Evangelium nach Johannes
  • 170v: Kolophon
    Literatur:
    BV000916744 Wattenbach, Wilhelm Das Schriftwesen im Mittelalter 1896 279 (Repr. Graz 1958)
    BV009444789 Colophons de manuscrits occidentaux des origines au XVIe siècle 1880 Bd. 7, Nr. 23494

Sekundärliteratur

Metadaten

Titel

Quattuor Evangelia

Alternativer Titel

Sog. Burghardsevangeliar

Entstehung

[Kampanien]

Datierung

[2. Hälfte 6. Jahrhundert]

Umfang

170 Blatt
Lagen: Spuren einer römischen Lagenzählung an den unteren linken Ecken außen. Bl. 1-9. 10-21. 95-96, d.h. Kanontafeln, 4 Praefationes, Kapitelverzeichnisse, Lk 2,10 - 3,8, sind ersetzt; ihr Pergament ist dicker.

Kurzbeschreibung

Das sogenannte Burghardsevangeliar wurde in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts in Kampanien geschrieben und enthält neben Kanontafeln den Text der vier Evangelien. Über den ganzen Codex hinweg sind neapolitanische Perikopennotizen mit römischem Einschlag verteilt. In den Vorderdeckel des Prachteinbands ist eine Elfenbeinplatte eingelassen, die Maria mit dem Kind und Nikolaus zeigt. Auf dem hinteren Deckel findet sich eine Silberplatte mit dem thronenden Christus, den die Symbole der vier Evangelisten umgeben.

Schlagwörter

St. Burkardus
St. Thomas ap.

Weitere Informationen

Entstehung: Ausweislich der Texthand in Italien im 6. Jahrhundert entstanden, Lokalisierung der übrigen Bestandteile umstritten. Zimmermann wies die Kanontafeln Luxeuil zu, Lowe die übrigen Ergänzungen Wearmouth-Jarrow. Wright und Haseloff lokalisierten die gesamten Ergänzungen ins kontinentale Missionsgebiet: Northumbrier hätten die unausgeführten Teile der Kanontafeln und die beschriebenen Seiten erstellt, Franken neben ihnen die ausgeführten Teile der Kanontafeln. Als Zeit für die Kanontafeln und die Uncialis der Ergänzungen kommt das 7./8. Jahrhundert in Frage. Die erstmals bei Oegg berichtete Zuschreibung des Codex als Besitz des ersten Würzburger Bischofs Burghard/Burkard ist paläographisch möglich, aber ansonsten nicht explizit belegt.

Provenienz

Dombibliothek Würzburg

Besitzer

Universitätsbibliothek Würzburg

Nachweis

M.p.th.f.68
Thurn 3,1, S. 54
DOI: 10.48651/franconica-5713162450204

Frühere Signatur

"Plenarium CCXXIX", darunter ist ein rotes "A"
"No. 5"
"181a"

Veröffentlichung

Universitätsbibliothek Würzburg
Ausführliche Beschreibung

Geschichte

Entstehung
Ausweislich der Texthand in Italien im 6. Jahrhundert entstanden, Lokalisierung der übrigen Bestandteile umstritten. Zimmermann wies die Kanontafeln Luxeuil zu, Lowe die übrigen Ergänzungen Wearmouth-Jarrow. Wright und Haseloff lokalisierten die gesamten Ergänzungen ins kontinentale Missionsgebiet: Northumbrier hätten die unausgeführten Teile der Kanontafeln und die beschriebenen Seiten erstellt, Franken neben ihnen die ausgeführten Teile der Kanontafeln. Als Zeit für die Kanontafeln und die Uncialis der Ergänzungen kommt das 7./8. Jahrhundert in Frage. Die erstmals bei Oegg berichtete Zuschreibung des Codex als Besitz des ersten Würzburger Bischofs Burghard/Burkard ist paläographisch möglich, aber ansonsten nicht explizit belegt.
Provenienz
Dombibliothek Würzburg
VS: "Plenarium CCXXIX", darunter ist ein rotes "A" (15. Jahrhundert)
VS: "No. 5" (Domschatzsignatur des 18. Jahrhunderts)
"181a" (18. Jahrhundert)

Buchmalerei

  • Auf den Kanontafeln finden sich neben Tier- und Pflanzenornamentik Zirkelschlagmuster und Kreuzmedaillons. Bl. 1-9. 10-21. 95f. (Kanontafeln, 4 Praefationes, Kapitelverzeichnisse, Lk 2,10 - 3,8) sind ersetzt; ihr Pergament ist dicker.
  • 138r: Initialen
    I mit Voluten.
  • Auszeichnungsschrift
    Capitalis quadrata und Uncialis.
  • 65r: Initialen
    I: Turm.
  • 92v: Initialen
    Q mit Vierpaß-Ornamentik.

Einband

Allgemeine Angaben
Prachteinband über Eichenholz. Im Vorderdeckel eingelassen Elfenbeinplatte (180 x 113 mm) Maria mit dem Kind und Nikolaus, griechische Inschriften; im byzantinisierenden Stil, Bamberg ca. 1090. Engste Verwandtschaft zum Elfenbein des Kiliansevangeliars (M.p.th.q.1a). Wegen der Motivik brachte Zimmermann die Skulptur mit der Komburg in Verbindung (Maria und Nikolaus waren dort Patrone); möglicherweise ist sie gegen eine andere ausgetauscht worden. Oben Höhlung zur Aufnahme von Reliquien. Spur eines Silberbeschlags. Auf dem Hinterdeckel Silberplatte Thronender Christus in Ranken und Flechtwerk mit den Evangelistensymbolen, 11. Jahrhundert, teilweise zu Verlust gegangen. Spiegel byzantinischer Seidenstoff (10./11. Jahrhundert) mit gegenständigen Greifen in Kreisen bzw. den dazu gehörigen Zwickeln. Unterfütterung außen mit Seide und Pergamentstücken einer karolingischen Handschrift. Rücken rotes Leder (15. Jahrhundert?).

Kodikologie

Beschreibstoff
Material: Schafpergament
Lagenformel: IV und 1 Bl.(9) + IV(17) + II(21) + 8 IV(85) + III(91) + 5 IV(131) + III(137) + 4 IV(169) + 1 Bl.(170)
Lagen: Spuren einer römischen Lagenzählung an den unteren linken Ecken außen. Bl. 1-9. 10-21. 95-96, d.h. Kanontafeln, 4 Praefationes, Kapitelverzeichnisse, Lk 2,10 - 3,8, sind ersetzt; ihr Pergament ist dicker.
Layout
Schriftraum: 237 x 161 mm (Ergänzungen: 240 x 161 mm)
Spaltenzahl: 2 Spalten (Ergänzungen: 240 x 161 mm)
Zeilenzahl: 35 Zeilen (Ergänzungen: 30 - 32 Zeilen)
Schrift
  • Uncialis
  • Uncialis
  • Angelsächsische Minuskel
  • Capitialis rustica
  • Capitalis quadrata

Inhalt

  • 1r - 1v: Vorzeichnungen von Kanontafeln
  • 2r - 9v: Kanontafeln
  • 10r - 11v: Prologe zu Matthäus
  • 16r - 17v: Kapitelverzeichnis zu Matthäus
  • 17v - 18v: Kapitelverzeichnis zu Markus
  • 18v - 20v: Kapitelverzeichnis zu Lukas
  • 20v - 21r: Kapitelverzeichnis zu Johannes
  • 21v
  • 22r - 64r: Evangelium nach Matthäus
  • 64r - 64v: Prolog zu Markus
  • 65r - 90v: Evangelium nach Markus
  • 90v - 91r: Prolog zu Lukas
  • 91v
  • 92r - 136v: Evangelium nach Lukas
  • 137r - 137v: Prolog zu Johannes
  • 138r - 170v: Evangelium nach Johannes
  • 170v: Kolophon
    Literatur:
    BV000916744 Wattenbach, Wilhelm Das Schriftwesen im Mittelalter 1896 279 (Repr. Graz 1958)
    BV009444789 Colophons de manuscrits occidentaux des origines au XVIe siècle 1880 Bd. 7, Nr. 23494

Sekundärliteratur